Bei einer Lipomastie handelt es sich um eine Vergrößerung der männlichen Brust aufgrund erheblicher Fettansammlung, bei der ein deutlicher Brustansatz beim Mann zu erkennen ist. Ursache können vereinzelt Hämatome oder Tumore im Fettgewebe sein; überwiegend tritt sie jedoch bei starkem Übergewicht (Adipositas) und der damit verbundenen Vermehrung von Fett auf. Damit ist die Lipomastie von der Gynäkomastie abzugrenzen, die sich durch eine Vergrößerung des Brustdrüsenkörpers auszeichnet. Diese entsteht durch hormonelle Veränderungen etwa durch die Einnahme bestimmter Medikamente oder die natürliche hormonelle Verschiebung im Alter und kann lediglich durch einen chirurgischen Eingriff, bei dem das Brustdrüsengewebe entfernt wird, behoben werden. Aufgrund der Ähnlichkeit zur Gynäkomastie wird die Lipomastie auch als Pseudogynäkomastie bezeichnet; da es sich bei dieser jedoch um eine reine Fettansammlung in der Brust handelt und kein tastbares Drüsengeweben nachzuweisen ist, kann sie mittels einer Fettabsaugung entfernt werden.
Da der deutlich sichtbare Brustansatz für Betroffene sehr belastend sein kann und durch Sport und Diäten und dem damit einhergehenden Gewichtsverlust nur langsam zurückgebildet wird, nutzen viele Männer die Möglichkeit des Fettabsaugens. Bei dieser sogenannten Liposuktion bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, am häufigsten ist die Tumeszenztechnik.
Dabei wird zunächst ein Mittel zur örtlichen Betäubung und ein Medikament gegen Blutungen in das Fettgewebe eingespritzt sowie ein Mittel zur Entspannung verabreicht. Die in das Unterhautfettgewebe der Haut geleitete Tumeszenzlösung sorgt dafür, dass das Fettgewebe aufgeschwemmt wird und sich von Knochen und Muskeln löst. Nach 30 Minuten Einwirkzeit wird das überschüssige Fettgewebe der Brust schließlich mit dünnen Absaugkanülen entfernt. Der durch diese Behandlung bedingte Straffungsreiz auf die Brusthaut bewirkt zudem, dass sich die nach der Fettabsaugung überschüssige Haut in der Regel von selbst strafft und nur in extremen Fällen operativ entfernt werden muss.
Diese Form der Brustverkleinerung wird meist ambulant durchgeführt und dauert etwa ein bis zwei Stunden. Anschließend ist in der Regel ein Aufenthalt von weiteren ein bis zwei Stunden ausreichend, bis die Klinik verlassen werden kann. Der Eingriff kann auch unter Vollnarkose vorgenommen werden, in diesem Fall sind jedoch vorab weitere Untersuchungen sowie die Besprechung der Narkose mit dem Anästhesisten notwendig. Die Kosten der Brustreduktion belaufen sich in der Regel auf 1.500 bis 4.500 Euro.
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