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Jul
20

Gestern ein Termin beim Arbeitsamt

Das hiess also erst mal: Rasieren! Eigentlich schade um die Stoppeln, so ich wäre doch glatt als Grafiker durchgegangen. Oder sonst als irgend so ein künstlerisch tätiger Mensch: Bildhauer oder zumindest Möbelschreiner oder vielleicht Sargmacher. Wenigstens könnten dann die Nutzniesser meiner Arbeit nicht mehr reklamieren. Und ich hätte auch den Vorteil, dass ich genau wüsste, welche Stellen für eine Bewerbung in Frage kämen. Ein Sargmacher macht Särge, ein Buchverleger verlegt Bücher, ein Plattenleger legt Platten, und was tut ein Kellner? Er rennt. Wo er rennt ist egal. Ob Pizzas jonglierend zwischen zu eng beieinander stehenden Tischen oder Silberkännchen plazierend, zwischen Miros und Picassos spielt keine Rolle. Bei McDonalds gibt es immer irgendein Job der im Entferntesten mit Gastronomie zu tun hat.
So erhält der Sargmacher eine vom Arbeitsamt finanzierte Umschulung zum Möbelschreiner, während ich den Arbeitsvertrag bei Starbucks doch endlich unterschreiben soll. Aber was solls, wer nichts wird, wird sicher irgendwie Wirt und vielleicht hilft ja das Arbeitsamt ein bisschen nach. Aber dann wird weitergebloggt, selbstverständlich.